Migration

FORUM Sexualaufklärung und Familienplanung Nr. 3/2006

Die öffentlichen Gesundheitsdienste müssen sich auch für Menschen nicht deutscher Herkunft vollständig öffnen, fordern die Autorinnen und Autoren dieses FORUM. Dorothea Grieger berichtet zu Anfang von den Hürden, die aus Sicht der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration bestehen und von den Aktivitäten auf Bundesebene, um die gesundheitliche Versorgung von Migrantinnen und Migranten zu verbessern. Ihr besonderes Augenmerk gilt der Benachteiligung von Mädchen und Frauen, über die viele klischeehafte Vorstellungen existieren, die nicht selten eine adäquate Behandlung oder Beratung behindern.

Die Gynäkologin Neslisah Terzioglu untersucht Migration als Risikofaktor in der Schwangerschaft. In der Studie des Klinikums Nürnberg Süd wurden Defizite der Versorgung schwangerer Migrantinnen systematisch über fünf Jahre erforscht und in Kooperation mit Beratungsstellen notwendige Vorsorgeangebote den Bedürfnissen dieser Frauen angepasst.
Von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig wurden die in der Migrationsforschung bislang wenig beachteten Zugewanderten aus Vietnam und Polen zu Versorgung ermittelt.

Homosexualität ist bislang in türkisch-kurdischen, polnischen und russischsprachigen Familien kein Thema. Da hier die Familie, aufgrund kultureller Faktoren und teils auch aufgrund des Migrantenstatus, für alle Mitglieder von immenser Bedeutung ist, dürften Identitätskonflikte im Zusammenhang mit Homosexualität besonders dramatisch zutage treten. Über das ambitionierte Berliner Modellprojekt „Homosexualität als Thema in Migrationsfamilien“ berichtet Renate Rampf.

Türkische Männer der ersten Generation, die Vorurteile, die ihnen anhaften und ihre tatsächlichen Vorstellungen von Partnerschaft und Erziehung sind Gegenstand der Untersuchung von Margret Spohn.

Wie sich die pro familia im Rahmen aktueller gesellschaftlicher Debatten neu positioniert, skizziert Daniel Kunz, und Stéphanìe Berrut von der BZgA stellt die neu entwickelte Präventionsmappe Sexuell übertragbare Krankheiten vor, eine umfassende Arbeitshilfe für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die auch ohne spezielle Kenntnisse im Bereich Gesundheit eingesetzt werden kann.

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