Sexualität und Behinderung

Titelblatt FORUM Sexualität und Behinderung

Forum Sexualaufklärung und Familienplanung Nr. 1/2010

Als wir das Thema »Sexualität und Behinderung« erstmals in der Reihe FORUM behandelt haben (Ausgabe 2/3-2001), war im Editorial vom »Mut zur Lücke« die Rede, denn das Themenfeld war und ist groß. Neben dem zentralen und dauer haften Anliegen einer selbstbestimmten Sexualität stand das damals hochaktuelle Pro und Contra zur »Sexualassistenz« im Zentrum. Wir freuen uns deshalb, »Sexualität und Behinderung« erneut auf greifen zu können, mit neuen Schwerpunkten, die wieder von hochkarätigen Autorinnen und Autoren diskutiert werden.

Sexualität als Menschenrecht – Ralf Specht gibt einen Überblick über die Fachdiskussion der letzten Jahre und die Aussichten auf eine sexualfreund - liche Zukunft für alle Menschen.

Als ein Meilenstein in der Geschichte des Kampfes um sexuelle Selbstbestimmung gilt vielen Fachleuten die UN-Behindertenrechts konvention (BRK), die seit März 2009 in Deutschland geltendes Recht ist und Behindertenpolitik erstmals konsequent aus einer Menschenrechts perspektive betrachtet. Sigrid Arnade berichtet ausführlich über Inhalte und Bedeutung der BRK.

Die Juristin Julia Zinsmeister hat sich mit Recht und Rechtswirklichkeit hinsichtlich sexueller Selbstbestimmung im betreuten Wohnen befasst, ein Artikel, der juristische Aspekte gut verständlich formuliert, sie konsequent auf die Praxis bezieht und auf diese Weise strukturelle Probleme ins Auge fasst. Sie fragt, wie es etwa um das geltende Recht auf eine Privatsphäre als unmittelbare Voraussetzung für eine selbstbestimmte Aufnahme
von Beziehungen bestellt ist.

Vom neuen Selbstbewusstsein behinderter Frauen, ihren Einstellungen zu Sexualität und Sexualassistenz, ihrem Kampf gegen sexuelle Gewalt und vielem mehr berichtet Martina Puschke.

Viele unserer Autorinnen und Autoren nehmen Bezug auf die Arbeit des Selbsthilfevereins »Mensch zuerst – Netzwerk People First«. Gerade hinsichtlich des Gebrauchs »Leichter Sprache« und allgemein eines akzeptablen Sprachgebrauchs, mit dem sich Menschen mit Lernschwierigkeiten identifizieren können, wird immer wieder auf »Mensch zuerst« hingewiesen. Stefan Göthling ist Geschäftsführer des Vereins und hat dessen Aufgaben und Ziele entsprechend klar und deutlich formuliert (was sicher nicht nur aus redaktioneller Sicht zu begrüßen ist).

Aiha Zemp aus Basel hat sich mit dem Ausmaß und den Hintergründen für sexuelle Gewalt befasst, der Frauen mit Behinderung internationalen Untersuchungen zufolge doppelt so häufig ausgesetzt sind wie nicht-behinderte Frauen.

Um Konzepte und Erfolge in der professionellen Weiterbildung im Rahmen der Behindertenhilfe geht es im Artikel von Beate Martin, und Sigrid Weiser vom Bundesverband der pro familia referiert über das langjährige Engagement ihres Verbandes im Bereich Sexualität und Behinderung.

Schließlich haben wir eine neue Rubrik »Projektskizzen« eingeführt, in der beispielgebende Praxisprojekte kurz und prägnant auf jeweils zwei Seiten vorgestellt werden: die Projekte »In Sachen Liebe unterwegs«, angesiedelt am Beratungszentrum Lore-Agnes-Haus der Arbeiterwohlfahrt in Essen, und »Liebe, Lust und Frust« der Lebenshilfe Berlin, »Eigenwillig«, ein Projekt des Familienplanungszentrums Hamburg sowie »Liebe, Sex und Drumherum«, ein Angebot im Rahmen der Erwachsenenbildung in Hamburg.

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Sexualität und Behinderung (52 Seiten, 320 kB)
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Sexuality and Disability

Bibliografische Daten

Medium: Print
Erscheinungsdatum: 5/2010
Bezugsquelle: BZgA, 51101 Köln, 
Per Fax: 0221/8992-257
Bestellnummer: 13329214
Bezugsbedingungen: kostenlos

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