Sexualerziehung im Kindergarten

Sexualerziehung im Kindergarten

FORUM Sexualaufklärung und Familienplanung 4/2003

Die acht themenbezogenen Beiträge dieses FORUM zur „Sexualerziehung im Kindergarten“ haben eines gemeinsam: Sexualität, so ihre Botschaft, ist ein Thema, das Kinder zwischen drei und sechs Jahren so eklatant, so grundlegend interessiert, dass Kindertageseinrichtungen in diesem Land Sexualerziehung möglichst flächendeckend als Bildungsaufgabe wahrnehmen und umsetzen sollten.

Tim Rohrmann, der gleich zwei Beiträge für dieses Heft verfasst hat, sagt konkret, was Kinder in dieser Entwicklungsphase beschäftigt und plädiert nachdrücklich dafür, Sexualität und Geschlechtlichkeit als zentrale Bildungsinhalte im Elementarbereich aufzugreifen und Kinder bei ihrer Suche nach weiblicher beziehungsweise männlicher Identität zu unterstützen.

Welche Bedeutung Sexualität für das seelische Gleichgewicht von Kindern hat und wie weit gefasst, wie facettenreich sie gerade in den ersten Lebensjahren vorgestellt werden muss, hat Christa Wanzeck-Sielert thematisiert. Ihr Schwerpunkt liegt auf den sexualpädagogischen Herausforderungen, denen Erziehungskräfte im Alltag begegnen.

In seinem zweiten Beitrag zeigt Tim Rohrmann am Fallbeispiel der fünfjährigen Anja, die von sich behauptet, ein Junge zu sein, welche Erklärungsansätze zur Entwicklung der Geschlechtsidentität in Bereichen wie etwa Biologie, Entwicklungspsychologie, Familiendynamik möglich sind und wo ein Kindergartenteam konkret ansetzen kann, um mit den Irritationen aller Beteiligten konstruktiv umzugehen.

Helga Tolle beschreibt ein von ihr selbst vielfach erprobtes Set sexualpädagogischer Fortbildungsmodule für Beschäftigte in Kindergärten und Horteinrichtungen.

Wie wichtig körperliche und motorische Fähigkeiten für die Selbstwahrnehmung und Selbstbewertung von Kindern sind, schildert Renate Zimmer, die sich ausführlich mit dem Zusammenhang von Körpererleben und Identität befasst. Mit der neuen „Kindergartenbox“, die von Stefanie Amann und Sigrid Zinser vorgestellt wird, bietet die BZgA ein besonders attraktives Medienpaket an, mit dessen solider methodischer Unterstützung nahezu alle sexuellen Themen, die im Kindergartenalter relevant werden, aufgegriffen werden können.

René Domschat präsentiert die Kinderliedertour der BZgA, bei der die im Zentrum stehende Aufführung eines Musikmärchens, in Verbindung mit Angeboten wie Workshops für Erzieherinnen und Erziehern und weiteren Medien und Aktionen, ebenfalls zur Verbreitung wie zur Qualitätssicherung der Sexualerziehung beiträgt. Gisela Brandt-Trube vom Arbeitskreis Neue Erziehung in Berlin stellt das Konzept der Elternbriefe und den Stellenwert der Sexualerziehung in diesem Medium vor.

In der Rubrik DIALOG schließlich greift Konrad Weller einen Spiegel-Artikel vom September 2002 auf, in dem der Erfolg der Aufklärungskampagnen der vergangenen Jahre stark in Zweifel gezogen wird. Diese Zweifel basieren allerdings, wie Weller zeigt, auf einem unseriösen Umgang mit empirischen Daten zur Jugendsexualität wie etwa zu Teenagerschwangerschaften und zur anhaltenden Vorverlagerung von Geschlechtsreife und Geschlechtsverkehr. Am Ende seines Beitrags formuliert der Autor Folgerungen für aktuelle Aufgaben einer emanzipatorischen Sexualpädagogik.

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Sexualerziehung im Kindergarten (52 Seiten, 300 kB) Zum Betrachten benötigen Sie Acrobat Reader, den Sie sich kostenlos downloaden können.

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English version:
Sex Education in Kindergarten

 

Bibliografische Daten

Medium: Broschüre, DIN A4, 52 Seiten
Erscheinungsdatum: 2003
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Bezugsbedingungen: kostenlos